HCM hypertrophe Kardiomyopathie

ARVC arrhythmogene Kardiomyopathie

Trikuspidalinsuffizienz

 

 
  
  

Was nun bedeuten die ganzen Fachausdrücke , was steckt dahinter, wie sind die Krankheiten zu erkennen, was kann man tun?  Fragen über Fragen. Nun, da ich selber auf diesem Gebiet ein Laie bin, habe ich mich schlau gemacht und so einigens intereantes zusammengetragen.

Die nachfolgenden Texte habe ich so entnommen wie ich sie vorgefunden habe, und möchte darauf hinweisen, das ich für dessen Richtigkeit keinerlei Gewährleistung übernehme.

 

 

 
 
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Was bedeutet Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

 
   
 Kardiomyopathie bedeutet übersetzt Herzmuskelerkrankung. Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine Erkrankung, welche durch eine Verdickung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. Da diese Erkrankung auf Englisch "hypertrophic cardiomyopathy" heißt, wird sie auch im Deutschen als HCM oder HKM bezeichnet. Die Verdickung kann die gesamten Herzmuskeln, aber auch nur Teilabschnitte umfassen. Kommt es zu einer Verdickung unterhalb der Hauptschlagadermündung, spricht man von einer Obstruktion.

 
Diese führt in der Regel zu einem Herzgeräusch. Die Muskulatur des Herzens wächst praktisch in den Kammerinnenraum, so dass sich das Lumen im Verhältnis zur Wandstärke erheblich verkleinert. Das Herz kann sich jetzt nicht mehr ausreichend mit Blut füllen, worauf es zu einem Rückstau in die linke Vorkammer und anschließend in den Lungenkreislauf kommt. Die Bildung von Lungenödemen (Flüssigkeit in der Lunge) oder Pleuralergüssen (Flüssigkeit in der Brusthöhle) ist die Folge.
 
Welche Katzen erkranken an Hypertropher Kardiomyopathie?

Die HCM ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen. Häufig von Primären (s.u.) HCM betroffene Katzenrassen sind z.B. die Maine Coon oder der Perser, Ragdoll, Rex, Amerikanische und Britisch Kurzhaar. Aber auch viele nicht- Rassekatzen, wie die Hauskatze, sind von dieser Erkrankung betroffen.                 

Rassen bei denen HCM seltener vorkommt sind:  Siamesen,  Burma Katzen, Abyssier

 
Was sind die Ursachen für Hypertrophe Kardiomyopathie?

Man unterscheidet zwischen Primären und Sekundären Hypertrophen Kardiomyopathien. Primär bedeutet, dass die Ursache im Herzmuskel selbst liegt. Es handelt sich um einen genetischen Defekt, welcher mittels eines autosomal dominanten Erbgangs mit variabler Penteranz weitervererbt wird. Männliche Tiere sind häufiger, bzw. früher betroffen, als weibliche Katzen. Die betroffenen Katzen sind zumeist Tiere im Alter von ¾ bis 5 Jahren.

Als zweite Form unterscheidet man die Sekundäre HCM. Hier kommt es aufgrund einer zugrunde liegenden systemischen Erkrankung zur Ausbildung der Hypertrophie. Ursachen sind u.a. Krankheiten, die mit einem erhöhten Blutdruck einhergehen, wie z.B. chronisches Nierenversagen. Eine andere Ursache ist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die über mehrere Mechanismen zu einer HCM führen kann.

 

 
Welche Krankheitsanzeichen kann man erkennen?

Die Erkrankung ist für den Besitzer im Anfangstadium, wenn überhaupt, nur sehr schwierig zu erkennen. Katzen zeigen im Gegensatz zu Hunden selten typische Anzeichen einer Herzerkrankung, wie Husten oder Leistungsschwäche.

In fortgeschrittenen Stadien kommt es oft zu Atemnot, welche sich häufig durch Hecheln zeigt. Dies kann ein Warnsignal sein, welches immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden sollte.

Weitere hinweisende Symptome für eine Herzerkrankung sind:  mangelnder Appetit ,vermehrtes Schlaf- und Ruhebedürfnis, deutlich nachlassende Spielfreude und Belastbarkeit, beschleunigte Atmung mit Bauchpresse, Atmen/Hecheln durch den offenen Fang nach Belastung, bläuliche Schleimhäute, tastbar/sichtbar beschleunigte Herzfrequenz, unklare Umfangsvermehrung des Leibes durch Wasseransammlung, Nachhandlähmungen können für eine Thrombosierung sprechen, Husten gehört zu den eher seltenen Symptomen, während er bei Hunden und Menschen zu den Frühwarnzeichen der Herzinsuffizienz gehört.

 

 
Wie wird eine HCM diagnostiziert?   Die tierärztliche Untersuchung:

Der erste Schritt ist die tierärztliche Untersuchung. Die Untersuchung umfasst neben der klinischen Allgemeinuntersuchung, das Abhören von Herz und Lunge. Hinweise auf eine Herzerkrankung sind Herzgeräusche, von denen es allerdings harmlose und solche gibt, die durch eine hypertrophe Kardiomyopathie entstehen. Leider lassen sich diese Herzgeräusche nur durch einen Herzultraschall voneinander unterscheiden, so dass das Vorliegen eines Herzgeräusches immer durch einen Herzultraschall weiter abgeklärt werden sollte. Viele Katzen mit HCM haben aber keine Herzgeräusche!!!

Zusätzlich können Katzen mit HCM auch Rhythmusstörungen haben, oder einen sogenannten Galopprhythmus entwickeln.


Das EKG:

Das EKG gibt nicht nur Aufschluss über die Höhe der Frequenz (>200 Herzschläge pro Minute sind verdächtig für eine Kardiomyopathie), sondern auch über Art und Häufigkeit von Herzrhythmusstörungen. Ein EKG sollte immer dann angefertigt werden, wenn beim Abhören der Katze Rhythmusstörungen, wie zusätzliche Herzschläge, Pausen oder ein Galopprhythmus entdeckt wurden.
 

Das Röntgen:

Röntgenbilder können eine Vergrößerung des Herzens, sowie evtl. bereits Anzeichen eines Stauungsergusses in den Brustkorb, oder Wasser auf der Lunge (Lungenödem) zeigen. Diese Veränderungen sind in der Regel nur im bereits fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu erkennen. Da bei der HCM eine konzentrische Muskelverdickung auftritt, bei der der Herzmuskel in den Kammerinnenraum wächst, kann diese Vergrößerung im Röntgenbild oft nicht erkannt werden. Das Röntgenbild gibt jedoch wertvolle Hinweise zur Beurteilung des Lungenfeldes und für die Differenzialdiagnostik (Ursachenabgrenzung für das Symptom).

Diagnose durch Echokardiographie- Herzultraschall:
Die endgültige Diagnose kann nur mittels eines Herzultraschalls gestellt werden. Deshalb ist die Echokardiographie, die Ultraschalluntersuchung des Herzens, Diagnostikum der Wahl. Mit Hilfe des ein- und zweidimensionalen Echokardiogramms kann der erfahrene Untersucher genaue Aussagen zu den kardialen Kammer- und Herzwanddimensionen sowie der Muskelkontraktilität und Auswurfleistung machen. Die Dopplermethode ermöglicht darüber hinaus die Bestimmung der Blutflussrichtung und –geschwindigkeit und ist damit in der Diagnostik von Herzgeräuschen von unschätzbarem Wert. Die Echokardiographie bietet zudem als einzige Methode die Möglichkeit, die prognostisch äußerst ungünstige Thrombenbildung in den Vorhöfen zu erkennen. Mit Hilfe der Echokardiographie können die felinen Kardiomyopatien, wie hypertrophische, dilatative und restriktive (intermediäre und nicht klassifizierte) Kardiomyopathien voneinander unterschieden werden.

 

 

Beispiel eines Herzultraschalles von einer Katze mit Hypertropher Kardiomyopathie mit SAM (systolic anterior motion der Mitralklappe). Dies ist ein häufiger Grund für ein Herzgeräusch bei Katzen.

 
Wann sollte eine Zuchtuntersuchung durchgeführt werden?

Wie oben erwähnt, haben eine Reihe von Rassenkatzen, wie auch Hauskatzen eine genetische Veranlagung HCM zu bekommen und somit auch zu vererben.

Deshalb macht es auch Sinn, Katzen zu ultraschallen, bevor mit ihnen gezüchtet werden soll, besonders wenn es sich um eine der Rassen handelt, bei denen HCM gehäuft vorkommt oder wenn bekannt ist, dass verwandte Tiere ein Herzproblem haben oder hatten. Hierbei sollten:

männliche Tiere ab 2 Jahren

weibliche Tiere ab 3-4 Jahren

echokardiographisch untersucht werden. Da diese Untersuchungen meist an klinisch unauffälligen Katzen durchgeführt werden, also die Veränderungen am Herzmuskel oft noch sehr gering sind, sollte diese Zuchtuntersuchung nur von Spezialisten (Kardiologen) mit grosser Erfahrung durchgeführt werden.


Was ist eine Thromboembolie?

Ein gefürchtete Komplikation bei Katzen stellt die Bildung von Blutgerinnseln im linken Vorhof dar. Hierbei besteht die Gefahr, dass einzelne Teile des Gerinnsels abgeschwemmt und damit bestimmte Blutgefäße verstopft werden. Die am häufigsten beobachtete Lokalisation für diese sog. Thrombembolien stellen die Oberschenkelarterien dar.

Oftmals schreien die Katzen auf und können eines oder beide Hinterbeine nicht mehr bewegen. Thrombembolie äußert sich in einer schlaffen Lähmung einer oder beider Hintergliedmassen. Es handelt sich hierbei um einen extrem schmerzhaften, sowie prognostisch ungünstigen Prozess.

Wenn solche Symptome auftreten, ist schnellsten ein Tierarzt aufzusuchen, da durch eine frühzeitige Therapie diese Thromben aufgelöst werden können.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Zunächst entscheidet Ihr Kardiologe anhand der gesammelten Befunde, ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht. Ist eine Therapie unumgänglich, werden in der Regel im fortgeschritten Fall, wenn die Katze einen Pleuralerguss oder ein Lungenödem hat, mit Entwässerungsmedikamenten (Diuretika) und einem ACE-Hemmer behandelt. Daneben werden Herzfrequenz senkende Medikamente (in der Regel Beta-Blocker oder Kalzium-Kanal Blocker) verabreicht, wenn Herzrhythmusstörungen vorliegen.

Um die gefürchteten Thromboembolien zu vermeiden, werden gelegentlich Aspirin, Warfarin u.a. Medikamente eingesetzt. Allerdings sind diese nicht sehr erfolgreich in der Vermeidung von Throboembolien. Das momentan beste Medikament ist ein "Low-molecular-weight" Heparin, was aber täglich vom Besitzer gespritzt werden muss. Da die Injektionen mit einer Insulinspritze unter die Haut gegeben werden, ist dies für die Katze nicht schmerzhaft und kann deshalb vom Besitzer durchgeführt werden.

Bei Katzen gibt es keine Standardtherapie für HCM, sondern die Therapie wird auf das jeweilige Tier, das Stadium der Erkrankung, sowie speziellen Erwägungen zufolge auf den einzelnen Patienten hin zugeschnitten.

Wie ist die Prognose?

Die Prognose ist abhängig vom Schweregrad Erkrankung, auftretenden Komplikationen, sowie vom Ansprechen des Tieres auf die Medikamente. Gerade Katzen reagieren beim letztgenannten Punkt sehr individuell, was eine genaue Prognosestellung unmöglich macht. Das Auftreten von Thrombembolien ist ein prognostisch überaus ungünstiges Zeichen. Wenn Katzen im Frühstadium mit HCM diagnostiziert werden, können sie aber auch viele Jahre leben.

 

 
 
 
ARVC arrhythmogene Kardiomyopathie

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC; früher auch arrhythmogene rechtsventrikuläre Dysplasie) ist charakterisiert durch strukturelle und funktionelle Schädigung vorwiegend der rechten Kammer (Ventrikel). Sie entsteht durch einen regionalen Untergang von Herzmuskelzellen, welche durch Fett- und Bindegewebe ersetzt werden. Folgen sind im frühen Stadium ventrikuläre Rhythmusstörungen und in fortgeschrittenen Stadien eine Beeinträchtigung der Herzkammerfunktion

 

 

Bild eines gesunden Herzmuskels

Bild einer fettigen Degeneration

 
Die fettige Degeneration ist typisch für die Rechtsventrikuläre Arrhythmogene Kardiomyopathie des Boxers. Dieses Bild ist auch beim Dobermann beschrieben und entspricht dem der Rechtsventrikulären Arrhythmogenen Kardiomyopathie des Menschen. Es finden sich bindegewebige Einlagerungen, fettige Infiltrate, sowie eine Degeneration der Muskelzellen

Diagnosestellung- EKG:

Das Holter-EKG stellt das Mittel der Wahl in der Diagnostik der ARVC dar. Es finden sich VES rechtsventrikulären Ursprungs. Liegen mehr als 100 VES innerhalb von 24 Stunden vor oder finden sich couplets, triplets oder runs, so spricht dies für das Vorliegen der Erkrankung. Das EKG kann unter Umständen, insofern der Patient viele Extrasystolen oder mehrere aufeinanderfolgende Extrasystolen zeigt, eine Diagnose liefern. Gerade aber bei Patienten mit wenigen Extrasystolen, ist es oft nicht möglich, so eine Diagnose zu stellen. Patienten in Klasse I und II lassen sich deshalb meist nur mittels Langzeit-EKG diagnostizieren, bei solchen in Klasse III genügt häufig ein EKG


Diagnosestellung-Echokardiographie:

Der Herzultraschall ist in der Regel in den Stadien I und II unauffällig. Deshalb ist er als Diagnostikum zum Screening nicht von großem Nutzen. Bei Hunden mit kongestivem Herzversagen kommt ihm wieder eine größere Bedeutung zu, als dass sich im Ultraschall die linksventrikuläre Funktion beurteilen lässt. Patienten im Endstadium zeigen eine verringerte Kontraktilität (niedrige fraction shortening) und erhöhte enddiastolische und endsystolische Durchmesser. Einen weiteren Ausdruck für den Schweregrad der Erkrankung liefert das Verhältnis des Durchmessers von linkem Atrium zu Aorta. Dieses ist stark in Richtung des Vorhofes verschoben. Ein vergrößertes linkes Atrium spricht für einen erhöhten Druck im linken Ventrikel, der dadurch zustande kommt, dass das Blut wegen einer eingeschränkten Pumpleistung nicht mehr weiterbefördert wird. Aufgrund der Druckerhöhung staut sich das Blut in den linken Vorhof, welcher aus diesem Grund dilatiert.

Prognose

Es kann zu jeder Zeit zum plötzlichen Herztod kommen. Trotz allem leben viele Hunde über Jahre hinweg symptomfrei unter antiarrhyhtmischer Therapie. Einige entwickeln zuletzt eine Dilatation des linken Ventrikels mit eingeschränkter systolischer Funktion.

 

Behandlung

Bei hypertropher Kardiomyopathie als auch bei der arrhythmogenen Kardiomyopathie (ARVC) werden Medikamente gegen Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen eingesetzt (Betablocker´so wie ACE Hemmer) eingesetzt.

Betablocker

Betablocker senken den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels dadurch, dass sie die Herzfrequenzsteigerung durch Stress oder Belastung, den damit verbundenen Blutdruckanstieg und die Pumpleistung (Herzminutenvolumen) bremsen.

ACE Hemmer

Bei der Regulation des Blutdrucks, des Blutvolumens und der Natriumkonzentration im Körper spielt das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) eine sehr wichtige Rolle. Das ACE führt dazu, dass Angiotensin I in die aktive Form Angiotensin II aufgespalten wird. Das Angiotensin II bewirkt, dass sich die Blutgefäße verengen und vermehrt Natrium und Wasser von den Nieren in den Körperkreislauf zurückgeführt werden. Das wiederum führt zu höherem Blutdruck, höherem Blutvolumen und höherer Natriumkonzentration. ACE-Hemmer wiederum wirken dem entgegen. Sie sorgen dafür, dass nicht mehr so viel aktives Angiotensin II gebildet wird. Als Folge davon sinkt der Blutdruck, denn die Blutgefäße werden nicht mehr so stark verengt. Wasser und Kochsalz werden vermehrt über die Nieren mit dem Urin ausgeschiedenDurch die hemmende Wirkung auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron System verringern ACE-Hemmer nachhaltig die Vor- und Nachlast des Herzens, die Haemodynamik wird verbessert und die Herzarbeit erleichtert.

 
Was bedeutet Insuffizienz der Trikuspidalklappe?

Insuffizienz bedeutet: Schwäche, ungenügende Leistung eines Organs oder Organsystems. Im Falle der Trikuspidalinsuffizienz bedeutet dies, daß die Klappe nicht richtig schließt und es deshalb zu einem Rückfluss von Blut in den rechten Vorhof kommt.

Der Blutkreislauf im gesunden Organismus führt auf einer Einbahnstraße durch das Herz. Das Blut fließt über die untere und die obere Hohlvene aus dem Körperkreislauf in den rechten Vorhof, von dort gelangt es durch die Trikuspidalklappe in die rechte Herzkammer. Von der rechten Kammer wird das Blut durch die Pulmonalklappe über die Pulmonalarterie in die Lunge gepresst und nachdem das Blut dort mit Sauerstoff beladen wurde, gelangt es über die Pulmonalvenen in den linken Vorhof.

Vom linken Vorhof fließt das Blut durch die Mitralklappe in die linke Kammer und von dort wird es durch die Aortenklappe in die Aorta gepresst und durchläuft so erneut den Blutkreislauf.

Schließt die Trikuspidalklappe, wie im Fall der Trikuspidalklappeninsuffizienz nicht richtig, so kann ein Teil des Blutes zurück in den rechten Vorhof gelangen. Es kommt zum sogenannten Regurgitationsjet in den rechten Vorhof. Ursache des ungenügenden Klappenschlusses ist meist eine sogenannte Endokardiose, oder myxomatöse Klappenerkrankung genannt. Wichtig ist die Unterscheidung Trikuspidalklappeninsuffizienz bzw. -regurgitation und Trikuspidalklappen-endokardiose. Bei der Trikuspidalregurgitation handelt es sich nur um ein klinisches Symptom, wohingegen Klappenendokardiose eine pathologisch-anatomische Diagnose darstellt. Trikuspidalinsuffizienzen sind häufig die Folge von Mitralklappenendokardiosen, aber auch andere Erkrankungen des Klappenapparates, wie Dysplasie der Klappe, Dilatative Kardiomyopathie etc. können dazu führen.

Was versteht man unter Endokardiose der Trikuspidalklappe?

Unter einer Endokardiose versteht man eine degenerative Veränderung des Klappenapparates, in diesem Fall also der Trikuspidalklappe. Die Ätiologie derTrikuspidalendokardiose ist nicht vollständig geklärt. Man nimmt an, dass es sich um eine Bindegewebsschwäche handelt. Eine genetisch beeinflusste Degeneration des Bindegewebes könnte die Ursache für die Endokardiose sein. Für diese Theorie spricht die Tatsache, dass v.a. chondrodystrophische Hunderassen prädisponiert sind. Diese Tiere sind ebenfalls für Bindegewebserkrankungen, wie Bandscheibenvorfälle, Trachealkollapse, periodontale Erkrankungen und Kreuzbandrupturen prädisponiert. Auch in der Humanmedizin lassen sich diese Beobachtungen bestätigen, da Menschen mit Kollagensynthesestörungen, wie dem Marfan-Syndrom, verhältnismäßig häufig an Mitralklappenendokardiosen leiden. Früher nahm man an, dass Zahnerkrankungen durch das Streuen von Bakterien für die degenerative Erkrankung verantwortlich waren. Diese Theorie ist heutzutage aber überholt.

Welche Tiere bekommen Trikuspidalklappen-Insuffizienz?

Die Krankheit kann sowohl bei Katzen als auch bei Hunden auftreten.

Eine Klappenendokardiose beruht auf degenerativen Veränderungen an einer oder mehreren Strukturen des Trikuspidalklappenapparates. Betroffen sind vor allem Hunde kleiner Rassen.

Normalerweise schreitet die Krankheit langsam, über Jahre hinweg fort, so daß es im Allgemeinen erst im Alter von ca. 6-9 Jahren zu, für den Besitzer wahrnehmbaren, Krankheitserscheinungen kommt.

Welche Krankheitsanzeichen gibt es?

Im Frühstadium:

- Herzgeräusch:

Dieses Herzgeräusch ist für den Tierarzt mit Hilfe des Stethoskopes hörbar, noch bevor dem Besitzer selbst Veränderungen am eigenen Haustier auffallen. Deshalb kann diese Krankheit unter Umständen bei Routineuntersuchungen, wie z.B. Impfuntersuchungen erkannt werden.

Im weiteren Verlauf:

- Bauchwassersucht (Aszites)

- Atemnot (durch einen Pleuralerguss- Wasser in der Brusthöhle) hervorgerufen

- Lustlosigkeit

- Leistungsschwäche

- kurze Phasen von Bewustseinsverlust:

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Die tierärztliche Untersuchung:

Sie stellt den ersten Schritt des Untersuchungsgangs dar und umfasst eine klinische Allgemeinuntersuchung, wobei großer Wert auf das Abhören von Herz und Lunge gelegt wird.

Auskultatorisch: Wie bereits erwähnt, kann der Tierarzt mit Hilfe des Stethoskopes ein Herzgeräusch im Bereich der Trikuspidalklappe wahrnehmen. Zudem kann der Tierarzt gelegentlich gestaute Jugularvenen am Hals entdecken. Dies ist ebenso wie die Bauwassersucht (Aszites) und Pleuralerguss (Flüssigkeit in der Brusthöhle) nur im Fortgeschrittenen Stadium zu beobachten.

Das Röntgen:

Auf einem Röntgenbild können folgende Befunde erhoben werden:

- Herzgröße: Zuerst kommt es zu einer Vergrößerung des Herzschattens im Bereich des rechten Vorhofs und später auch im Bereich der rechten Herzkammer.

- Wie schon oben erwähnt kann es auch zur Bauchwassersucht (Aszites) oder zum Pleuralerguss kommen. Beides ist ebenfalls im Röntgen erkennbar.

Das EKG:

Im EKG werden hauptsächlich Herzrhythmusstörungen diagnostiziert. Es ist ein wichtiges diagnostisches Kriterium, da Hunde mit einer Trikuspidalklappen-erkrankung Arrhythmien bekommen können. Wann ein EKG sinnvoll ist, entscheidet letztendlich der Kardiologe, grundsätzlich aber sollte immer dann eines angefertigt werden, wenn beim Abhören eine Arrhythmie oder zusätzliche Herztöne entdeckt werden.

Der Herzultraschall:

 Im Ultraschall lässt sich der Trikuspidalklappenapparat genau darstellen. Die Klappe weist häufig blumenkohl- oder keulenartige Verdickungen auf. Oft lässt sich auch ein Klappenprolaps feststellen.

- Die Größe von Vorhof und Herzkammer kann gemessen werden somit kann eine eventuelle Vergrößerung sicher festgestellt werden.

- Die Fähigkeit des Herzmuskels zur Kontraktion kann gemessen werden.

- Im Farbdoppler zeigt sich der Insuffizienzjet während der Systole als eine Verwirbelung unterschiedlicher Stärke im rechten Vorhof.

Das rechte Atrium ist meistens vergrößert. Veränderungen des rechten Ventrikels lassen sich in fortgeschritteneren Fällen als ekzentrische Hypertrophie darstellen

Verlauf:

Durch die insuffiziente Klappe fließt während der Herzaktion Blut zurück in den rechten Vorhof. Da so das pro Zeiteinheit ausgeworfene Blutvolumen in die Lunge und damit dann auch in das linke Herz abnimmt, sorgt der Körper mit Hilfe von Kompensationsmechanismen (wie z.B. erhöhte Herzfrequenz, erhöhten Flüssigkeitsrückhalt, und Verengung der Gefäße in der Peripherie) für eine Erhöhung des Blutvolumens. Die chronische Volumenüberlastung führt zu einer Ausweitung und Vergrößerung des rechten Vorhofs.

In der Folge kommt es zum Rückstau von Blutflüssigkeit in die Bauchhöhle. Es kann nun ein Aszites (Bauchwassersucht) entstehen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.Sie kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, aber nicht vollständig verhindern. Ein Ersatz der Herzklappe, wie in der Humanmedizin wird nicht vorgenommen.

Einteilung laut International Small Animal Cardiac Health Council:

Klasse 1: Herzerkránkung ohne Krankheitsanzeichen:

Die Herzerkrankung kann zwar durch den Tierarzt festgestellt werden, aber das Tier zeigt keine Krankheitsanzeichen.

Die Notwendigkeit einer Therapie besteht zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Klasse 2: geringes- bis mittelgradiges Herzversagen:

Das Tier zeigt Symptome wie z.B. Leistungsschwäche, Husten, erhöhte Atemfrequenz, geringgradige Atemnot, in Ruhe, wie bei leichter Anstrengung, zum jetzigem Zeitpunkt ist eine Behandlung notwendig.

Klasse 3: hochgradiges Herzversagen:

Das Tier zeigt Symptome wie z.B. Husten, Atemnot, Lungenödem, ausgeprägte Leistungsinsuffizienz, Abmagerung.

Klasse 3a: Die Behandlung kann noch zu Hause durchgeführt werden.

Klasse 3b: Die Behandlung muß in der Klinik erfolgen.

Die Medikamente der Wahl sind:

- Diuretika: Medikamente, die durch direkte Wirkung an der Niere die Ausscheidung von Wasser steigern und so für eine Verringerung des vergrößerten Blutvolumens, das durch die Kompensationsmechanismen des Körpers entstanden ist. Ein Lungenödem kann durch diese Medikamente wirkungsvoll bekämpft werden.

- ACE- Hemmer: Angiotensin Coverting Enzym Hemmer.

Dieses Medikament verhindert, daß es, infolge der Kompensations-mechanismen,zu einem erhöhten Flüssigkeitsrückhalt in der Niere kommt, die Verengung der Gefäße in der Peripherie wird ebenfalls verhindert. Dadurch wird das Butvolumen gesenkt und der Widerstand gegen den das Herz arbeiten muß,verringert.

- Im Einzelfall entscheidet der Tierarzt, je nach Zustand und Leistung des Herzmuskels, über den Einsatz weiterer herzwirksamer Medikamente.